Bush, das Öl und die Taliban

Bush, das Öl und die Taliban
Quelle: http://www.uni-kassel.de/.....

Ein Buch mit dem Titel "Bin Laden, die verbotene Wahrheit", das am 15. November in Frankreich erschien, enthält Informationen über geheime Kontakte zwischen der Bush-Regierung und dem Talibanregime. Die Autoren sind Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquie. Brisard ist ein ehemaliger französischer Geheimagent, der bereits früher einen Bericht über bin Ladens Al-Qaida-Netzwerk verfasst hat, und ehemaliger Leiter der Strategieabteilung des französischen Konzerns Vivendi. Dasquie ist ein Journalist, der sich auf Enthüllungen spezialisiert hat.

Diese beiden Autoren schreiben, dass die Bush-Regierung ungeachtet ihrer Vorwürfe an die Taliban, sie unterstützten den Terrorismus, bereit gewesen sei, sich mit ihrem Regime abzufinden, falls es im Hinblick auf die Ausbeutung der Ölvorkommen in Zentralasien kooperationsbereit sei.

Bis zum August betrachtete die US-Regierung nach Einschätzung von Brisard und Dasquie die Taliban "als Garanten der Stabilität in Zentralasien" und ging davon aus, dass sie "den Bau einer Ölpipeline durch Zentralasien ermöglichen würden". Erst als die Taliban nicht auf die Bedingungen der USA eingingen, sei "das Motiv der sicheren Energieversorgung in ein Motiv für Militäraktionen umgeschlagen".
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Die Gespräche zwischen der Bush-Regierung und den Taliban begannen im Februar 2001, kurz nach Bushs Amtseinführung. Im März traf ein Gesandter der Taliban in Washington ein und überreichte dem neuen Chef Geschenke, zum Beispiel einen wertvollen afghanischen Teppich. Doch die Gespräche waren alles andere als herzlich. Brisard sagte: "Einmal erklärten die Vertreter der USA den Taliban während der Verhandlungen: ,Entweder ihr nehmt unser Angebot an, dann rollen wir Euch einen goldenen Teppich aus, oder aber wir begraben Euch unter einem Bombenteppich."

So lange eine Einigung über eine Pipeline nicht ausgeschlossen schien, stellte das Weiße Haus weitere Ermittlungen über die Aktivitäten Osama bin Ladens zurück, schreiben Brisard und Dasquie. Sie berichten weiter, dass John O'Neill, der stellvertretende Direktor des FBI, im Juli aus Protest gegen diese Behinderung seiner Tätigkeit zurücktrat. O'Neill äußerte den Autoren gegenüber in einem Interview: "Das größte Hindernis für die Ermittlungen gegen den islamischen Terrorismus waren die Interessen der amerikanischen Ölkonzerne und die Rolle Saudi Arabiens in diesem Zusammenhang." Ein seltsamer Zufall wollte es, dass O'Neill nach seinem Ausscheiden aus der CIA die Stellung des Sicherheitschefs für das World Trade Center annahm und am 11. September ums Leben kam.

Die beiden französischen Autoren bestätigen Niaz Naiks Darstellung des Geheimtreffens in Berlin und ergänzen, es sei offen besprochen worden, dass die Taliban den Bau einer Pipeline aus Kasachstan erleichtern müssten, um als Gegenleistung von den USA und auf internationaler Ebene anerkannt zu werden. Die Atmosphäre der Gespräche zwischen den USA und den Taliban verschlechterte sich zusehends, bis sie am 2. August nach einem letzten Treffen der US-Abgesandten Christina Rocca mit einem Vertreter der Taliban in Islamabad schließlich eingestellt wurden. Zwei Monate später fielen die ersten amerikanischen Bomben auf Kabul.

Die Politik der Provokation

Die bisherige Zusammenfassung der Kriegsvorbereitungen gegen Afghanistan bringt uns nun zum 11. September. Die Terroranschläge, die das World Trade Center zum Einsturz brachten und das Pentagon beschädigten, waren ein wichtiges Glied in der Kausalkette, die zum Angriff der USA auf Afghanistan führte. Die amerikanische Regierung hatte den Krieg von langer Hand vorbereitet, doch erst der Schock des 11. September ermöglichte seine politische Umsetzung, indem er die öffentliche Meinung im eigenen Land betäubte und Washington ein wichtiges Druckmittel gegen zögernde Bündnispartner im Ausland an die Hand gab.

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  • : Droht uns eine Apokalypse?
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  • : Geht die Welt unter – und wenn ja, warum? Die Apokalypse des Denkens ist schlimmer noch als die eigentliche Katastrophe. Wenn wir in eine düstere Zukunft blicken, wird sie auch eintreten. Wir leben in einer noch viel größeren Welt, als wir gemeinhin annehmen. Und wir können diese Welt gestalten! Unsere westliche Konsumkultur, unser lebensverachtendes wirtschaftliches Wettrennen stellen doch nur eine winzige Nische innerhalb unserer Möglichkeiten dar.
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