Der Dualismus von "Gut gegen Böse"

Der Mörder von Norwegen kam nicht aus dem "Nichts", sondern aus der Szene der europäischen Multikulti-Hasser und Islamfeinde. mehr....

Hass jedoch macht immun gegen Argumente.

Anders Behring B wollte das Böse in der Welt bekämpfen.

Doch paradoxerweise war einer der Hauptgründe für das Böse in dieser Welt immer der menschliche Versuch, das Böse auszurotten.

Wir müssen verstehen, wie dieses Schwarzweißdenken nicht nur die islamischen Terroristen und Multikulti-Hasser und Islamfeinde verblendet, sondern auch uns selbst, und so das Leid in der Welt vermehrt.

Dieser Dualismus von 'Gut gegen Böse' ist verlockend, weil er eine einfache Weltsicht bietet, und er ist vielen von uns sehr vertraut. Er ist zwar nicht auf die abrahamitischen Religionen beschränkt, Judentum, Christentum und Islam, aber er ist ihnen besonders zentral. Das ist einer der Gründe, warum es immer so schwierig war, Konflikte unter ihnen friedlich zu bereinigen: ihre Anhänger tendieren dazu, ihre eigene Religion mit dem Guten zu identifizieren und die anderen als die Bösen zu sehen. 

Wer Versöhnung und Frieden will, wird um eine kritisch-selbstkritische Paradigmenanalyse nicht herumkommen. Nur so lassen sich Fragen beantworten wie diese: Wo sind in der Geschichte des Christentums, wo sind im Judentum und im Islam die Konstanten und wo die Variablen? Wo besteht Kontinuität und wo Diskontinuität, wo ist Übereinstimmung gegeben und wo Widerstand geboten? Zu bewahren ist vor allem das Wesen, das Fundament, der Kern einer Religion und von daher die vom Ursprung her gegebenen Konstanten. Nicht unbedingt zu bewahren ist alles das, was vom Ursprung her nicht wesentlich ist, was Schale und nicht Kern, was Ausbau und nicht Fundament ist.

So verhilft denn eine Paradigmenanalyse angesichts all des religiösen Wirrwarrs gerade im Zeitalter der Globalisierung zu einer globalen Orientierung, wichtig vor allem für die Neugestaltung der internationalen Beziehungen, des Verhältnisses Westen–Islam und auch der Beziehungen zwischen den drei abrahamischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Quellentext von: Hans Küng 

 

Ein wirkliches Zusammenleben kann es nur geben wenn all die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden!